Praktiker – eine Episode

Die Baumarktkette »Praktiker« hat Insolvenz angemeldet. Um diesen Baumarkt geht es in dieser Episode.

Ich hab vor gut einem Jahr nach Tapeten geschaut. Da man selten die ganze Fülle an Tapetenmustern an einem Ort vorfindet, habe ich seinerzeit eine Runde durch die verschiedenen Läden gemacht. Mein Weg führte mich auch durch die Baumärkte und natürlich auch zu Praktiker. Der Laden lag auf dem Weg und so bin ich da auch reingegangen, um zu schauen und gegebenenfalls ein Muster mitzunehmen.

Der Praktiker in meiner Stadt ist auf zwei Etagen verteilt; der Eingang und die Kassen sind im Erdgeschoss – die Tapetenabteilung unten im Kellergeschoss. Ich habe paar Muster mitgenommen, da einige Tapeten infrage kamen. In dem Raum, für den die Tapeten gedacht waren, war in bestimmter Farbe gestrichen und die Tapeten sollten genau diese Farbe haben – und auch ein bestimmtes Prägemuster. Wir wollten nämlich an der Einrichtung nichts ändern. Deswegen habe ich soviel Mühe und Zeit in die Suche gesteckt.

Nun war ich bei Praktiker mit der Suche und Auswahl der Tapeten fertig. Mein Weg nach draußen führte mich durch die Sanitärabteilung. Da habe ich eine Stöpsel für Waschbecken gesehen. Und da unser damaliger Stöpsel schon arg mitgenommen war und nach Ersatz förmlich bettelte, habe ich mir diese Stöpsel angeschaut. Es waren diese modernen mit einem Bildchen. Ganz hübsch. Mit fiel der mit dem Superman auf. Es war ein schönes Motiv. Stellt euch vor, ihr seid an unserem Waschbecken und aus dem Abfluss kommt euch der Superheld entgegen. Ich fand diese Vorstellung witzig. Aber vor allem gefiel mir die annehmbare Qualität des Stöpsels. Der war aus verchromtem Messing, ordentlich im finish, mit Acrylüberzug. Unser alter und ersatzwürdiger Stöpsel war vor minderer Qualität – meine Frau hat ihn mal im Moment der Schwäche (nehme ich zur Ehrenrettung meiner Frau an) gekauft.

Also stand ich da am Aufsteller mit den Stöpseln. Die einzige Information, die mir fehlte, war der Preis. Der war nämlich nicht vermerkt. Ich hab mir das ganze genau angeschaut. Ich bin gar die Schritte zwischen die Regale gegangen, wo Waschbecken und das dazugehörige Zubehör ausgestellt war. Auch hier habe ich nichts gefunden. Das kann alles passieren und ist sicher nicht nur für diesen bestimmten Baumarkt typisch – weder für die Kette noch für die Niederlassung.

Der Stöpsel hat mir gefallen und ich hab mir das Preislimit von zehn Euro gesetzt. Würde der Stöpsel bis zu dem Limit kosten, hätte ich ihn gekauft. So mein innerer Plan. Ich war auch bereit die untere Etage des Baumarkts nach einem Mitarbeiter abzusuchen. Dieses Unterfangen war aber nicht von Erfolg gekrönt. Weit und breit ließ sich keiner finden, der mir die Preisauskunft erteilen hätte können. Und so blieb ich ohne Entscheidungsgrundlage.

So habe ich mich Richtung Ausgang begeben, ohne mich an der Kasse noch nach dem Preis zu erkundigen. Denn das hätte bedeutet, dass ich mir den Weg zurück machen müsste, falls der Preis doch mein gesetztes Preislimit unterschritten hätte. Mein Zeitlimit war nämlich bereits überschritten. Und da ich schon vom Kauf Abstand genommen hatte, bin ich ohne Stöpsel aus dem Baumarkt rausgegangen.

Der Kauf eines neuen Stöpseln war zwar geboten aber doch nicht so dringlich, als dass ich dafür mehr Zeit zu investieren bereit wäre. Und so verging noch fast ein Jahr bis ein neuer Stöpsel unser Waschbecken aufhübschen konnte. Wir haben jetzt einen Goldfisch – siehe die Beweisfotografie. Hat € 7,99 gekostet. Nicht von Praktiker.

Stöpsel mit Goldfisch

Veröffentlicht am 08.08.2013
Schlagworte: offtopic kundendienst

Kommentare

Kommentar schreiben

Startseite
Impressum
Blogroll


Feed RSS 2.0
@wamablog


iPhone 4 Case Carbon

weitere Artikel

Waschmaschine in Gästehaus
Lottoschein vor der Waschmaschine gerettet
Miele S8 saugt alles auf
Sparpotenzial der neuen Waschmaschinen überschätzt
Waschmittelumsätze in Deutschland